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24.12.2009
Bayern, Stadtrat Nürnberg

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Antrag: Studentenproteste

Ralf Ollert

Mitglied des Nürnberger Stadtrates
Stadtratsgruppe Bürgerinitiative Ausländerstopp
 
 
Herrn OB
Dr. Maly

Nürnberg, den 4.12.2009

Stadtratssitzung am 16.12.09
Hier: Antrag
 
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
 
für die Sitzung am 16.12.09 stelle ich für die Stadtratsgruppe der BIA folgenden
 
Antrag:
 
Der Stadtrat beschließt die beiliegende „Resolution“ zu den Studentenprotesten.
 
M.f.G.
Ralf Ollert
 
Anlage
 
Resolution
 
Der Nürnberger Stadtrat solidarisiert sich mit den zur Zeit demonstrierenden sowie streikenden Studenten und unterstützt nachdrücklich ihre Forderungen nach:
  1. Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaft, die die Interessen der Studierenden aktiv nach außen vertritt.
  1. Abschaffung der Studiengebühren
  1. Grundlegende Überarbeitung des aktuellen Studiensystems, unter maßgeblicher Beteiligung der Studierendenvertretung
  1. Verbesserung der Studienbedingungen
  1. Zentralisierung des Bildungssystems – Bildung soll Bundessache werden
 
Die Stadtverwaltung macht ihren politischen Einfluss geltend, um die Anliegen der Studierenden zur Durchsetzung zu verhelfen.
Begründung:
Derzeit demonstrieren die Schüler und Studenten gegen eine seelenlose Massen-Universität, die immer mehr Stoff und Prüfungen in kürzerer Zeit vorsieht und zugleich für die Studierenden kaum noch bezahlbar ist. Die falsche Zielvorgabe „Bildung für alle“ und die Geringschätzung von Haupt- und Realschule hat zu einem massiven Anstieg der Studierenden gesorgt, was überfüllte Hörsäle und eine um sich greifenden Orientierungslosigkeit unter den Studenten zur Folge hat. Eigentlich demonstrieren die Studenten gegen die „Bologna University“ mit ihrem „Bachelor“- und „Master“-Abschluss und für das alte deutsche Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt mit dem Prinzip der Einheit von Forschung und Lehre und der allseitigen humanistischen Bildung.
Der Bologna-Prozess begann 1998 mit der „Sorbonne-Deklaration“, einer Absichtserklärung Frankreichs, Englands, Deutschlands und Italien, ihr Hochschulwesen zu vereinheitlichen. 1999 folgte die Erklärung von Bologna, in der 29 europäische Nationen diese Vereinheitlichung im Rahmen der EU fixieren. Der Prozess soll 2010 abgeschlossen sein:
Schule und Universität sind dann Anstalten zur Vermittlung bedarforientiertes Fachwissens für den kapitalistischen Markt. Der Bologna-Prozess hat das einst leistungsfähige deutsche Bildungssystem schwer geschädigt. Weitere Experimente, wie das von der CSU durchgedrückte achtjährige Gymnasium, haben Kinder und Eltern zusätzlich belastet. Schon vor Jahren attestierte der Publizist Konrad Adam: „Fast durchweg bieten die deutschen Universitäten das Bild eines immens teuren und immens uneffektiven, im ganzen also desolaten Ausbildungsbetriebes.“ 
Die „Bologna University“ entlässt aus überfüllten Hörsälen frustrierte Akademiker in den Arbeitsmarkt, wo diese nur winzige austauschbare Einheiten im kapitalistischen Getriebe bleiben und zudem jederzeit von indischen oder ukrainischen Studienabgängern im Preis unterboten werden können.
 Die Schule nach deutschen Vorstellungen hat aber die Charakterbildung und die Herausbildung gegebener Talente zu fördern, anstatt eine Dressur zum kapitalistischen Massenmenschen zu betreiben. Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Wertschätzung auch sogenannter „einfacher Arbeit“, die dem unbedingten Drang zu einer „höheren Schulbildung“ den Wind aus den Segeln nehmen könnte. Der alte deutsche Handwerker und Facharbeiter hatte womöglich eine breitere Bildung, als der heutige Student.

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