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12.05.2002
Hessen, Kreistag Wetterau

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Anfrage - PCB-Belastung in den öffentlichen Gebäuden im Wetteraukreis

Die NPD-Kreistagsfraktion bittet den Kreistagsvorsitzenden, folgende Anfrage an den Kreisausschuss des Wetteraukreises auf die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung zu setzen.

Polychlorierte Biphenyle (= PCB) sind eine Substanzgruppe, die zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen gehört. Sie kommen nicht in der Natur vor, sondern werden chemisch hergestellt. PCB wurde 1864 erstmals im Labor synthetisiert und seit 1929 in größeren Mengen hergestellt. Zu den Erzeugnissen aus PCB gehören Anstrichmittel, Dichtungsmassen, Kunststoffe, Hydrauliköle, Flammschutzmittel, Farben, Lacke, Kondensatoren älterer Bauart, Leuchtstofflampen und vieles mehr. Anfang der 70er Jahre wurden dann die größte Produktionsmenge erreicht, und PCB-Materialien fanden eine weite Verbreitung in öffentlichen sowie in privaten Gebäuden.

Dies ist zurückzuführen auf ihre preisgünstige Herstellung und etliche gute Eigenschaften, wie z. B. eine gute Altersbeständigkeit, Feuerfestigkeit, gute Wärmeleitung und gute Isoliereigenschaften. Über die beträchtlichen Umwelt und Gesundheitsgefahren, die mit PCB verbunden sind, wurde erstmals Mitte der 60er Jahre berichtet.

Es wurde erkannt, daß polychlorierte Biphenyle folgende Eigenschaften zeigen:

in der Umwelt zur schwer biologisch abbaubar

Anreicherung in Nahrung

chronisch toxisch (= giftig), d. h. gesundheitliche Beeinträchtigungen zeigen sich erst nach langer Zeit

weite Verbreitung in der Umwelt (Boden, Wasser, Luft).

In den menschlichen Organismus kann PCB hauptsächlich über die Nahrung, die Haut oder die Atemluft aufgenommen werden. Nach der Aufnahme wird PCB im Blut in fettreiche Gewebe transportiert. Unter besonderen Umständen kann PCB auch wieder ins Blut und dann in andere Organe gelangen. PCB kann in der Leber teilweise wieder abgebaut werden, je höher allerdings der Chlorgehalt in der jeweiligen PCB-Verbindung ist, desto schlechter abbaubar ist PCB.

PCB wirkt auf drei Arten, nämlich als

Giftstoff

krebserzeugender und krebsfördernder Stoff

Fremdhormon.

Die Fremdhormonwirkung wird zwar in Deutschland nicht vollständig akzeptiert, ist aber in Amerika allgemein anerkannt. Die wichtigsten Gesundheutsrisiken von PCB sind folgende:

Beeinträchtigung des Immunsystems (Allergien und andere Krankheiten)

Krebs (Brust-, Leber- und Hodenkrebs)

chronische Bronchitis

Knochenkrankheiten

Fruchtbarkeitsstärungen bei Mann und Frau

Missbildungen von Ungeborenen

multiple Sklerose.

Fragen:

Wurden alle Kindergärten, Schulen und sonstigen öffentlichen Gebäude im Wetteraukreis, die bis zum Zeitpunkt der Produktionseinstellung von PCB im Jahre 1983 erbaut wurden, auf PCB-Belastungen überprüft?
 

Wurden die ggf. durchgeführen Überprüfungen nur stichprobenartig oder umfassend durchgeführt?
 

Falls nicht sämtliche öffentlichen Gebäude umfassend geprüft wurden, welche Gebäude sind bisher nicht überprüft worden? In welchen Gebäuden fanden nur stichprobenartige Überprüfungen statt?
 

Von wem und wann wurden evtl. Überprüfungen durchgeführt?
 

Wo befinden sich - sofern Überprüfungen stattfanden - die Überprüfungsunterlagen?
 

Können Landrat Rolf Gnadl, der Erste Kreisbeigeordnete Bertram Huke bzw. der Kreisbeigeordnete Bardo Bayer vollständig ausschließen, daß die Kinder und Beschäftigten in den Kindergärten, Schulen und sonstigen öffentlichen Gebäuden im Wetteraukreis PCB-Belastungen ausgesetzt sind?

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